„Europe’s Rail Joint Undertaking“ stellt europäische Bahnforschung auf neue Beine

Das BMK unterstützt die Fortführung des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms für die Bahn, das unter dem Titel „Europe’s Rail Joint Undertaking“ als institutionalisierte Partnerschaft in Horizon Europe das Erreichen technologie-, industrie- und verkehrspolitischer Zielsetzungen im Bahnbereich sicherstellen soll.

Im November 2021 konnte Europe´s Rail Joint Undertaking als institutionalisierte Partnerschaft im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe starten. Es stellt die Fortführung des Vorläufers Shift2Rail Joint Undertaking dar und soll mit seinem ergebnisorientierten und systemischen Innovationsfokus beitragen, die Rolle der Eisenbahn im Einklang mit dem Europäischen Green Deal und der Strategie für intelligente und nachhaltige Mobilität massiv zu stärken. Auch für die Umsetzung des österreichischen Mobilitätsmasterplans ist die europäische Kooperation in Europe´s Rail Joint Undertaking ein wichtiges Instrument.
Zu den übergeordneten Zielen der Partnerschaft gehört, die Kapazitäten der Bahn für Personen- und Gütertransport zu steigern und weitere Schritte für ihre Digitalisierung und Dekarbonisierung zu setzen, um mit Effizienzsteigerung und Kostensenkung eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie zu sichern. Erstmalig verfügt das Bahnforschungsprogramm neben einem Innovationspfeiler auch über einen Systempfeiler, mit dem die flächendeckende Anwendbarkeit von Innovationen und damit die Harmonisierung des europäischen Bahnsystems sichergestellt wird.


Der Masterplan zu Europe´s Rail Joint Undertaking wird derzeit ausgearbeitet, ein Entwurf ist hier einsehbar.


Als Gründungsmitglieder der bis Ende 2031 laufenden Partnerschaft sind aus Österreich die ÖBB-Holding AG und die voestalpine Railway Systems GmbH vertreten. Sowohl Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder können sich im Rahmen von so genannten Open Calls für Förderungen im Rahmen von Europe's Rail Joint Undertaking bewerben. Alle derzeit verfügbaren Informationen dazu finden Sie hier. Der formale Auftakt zur Partnerschaft mit näheren Informationen ist für Anfang 2022 geplant.
Europe´s Rail Joint Undertaking wurde auf Grundlage von Artikel 187 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union als Public-Private-Partnerschaft zwischen der Union, den Mitgliedsstaaten und privaten Unternehmen gegründet und trat durch Verordnung 2021/2085 des Rates der EU als eine von 10 institutionalisierten Partnerschaften in Kraft.

Österreichische Erfolge in Shift2Rail

Das BMK (vormals BMVIT) hat die Gründung von Shift2Rail unter Einbindung relevanter österreichischer Stakeholder aus dem Eisenbahnsektor von Beginn an unterstützt. Österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen konnten sich sehr erfolgreich am so genannten Call for Associated Members beteiligen und mehr als 11 Mio. EUR von 135 Mio. EUR der verfügbaren Mittel lukrieren. Diese arbeiteten damit über die gesamte Laufzeit von sechs Jahren ein Forschungsbudget von insgesamt mehr als 31 Mio. Euro in Shift2Rail ab. Das Forschungsbudget teilte sich auf das „Virtual Vehicle Austria Consortium+" mit zwölf österr. Partnern, das „EUROC" mit der ÖBB-Infrastruktur AG als Partner und das österreichische Einzelunternehmen Kontron Transportation Austria AG auf (s. https://shift2rail.org/about-shift2rail/ju-members/).

Über die gesamte Laufzeit von Shift2Rail werden insgesamt 135 Mio. EUR von den oben genannten Mitteln jährlich im Rahmen von Open Calls an Organisationen ausgeschüttet, die nicht Mitglieder des Shift2Rail Joint Undertaking sind. Auch hier konnten sich zahlreiche österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen erfolgreich beteiligen und sich in Bezug auf das lukrierte Forschungsbudget im Betrachtungszeitraum 2015-2019 auf 5. Stelle hinter Spanien, Italien, Deutschland und UK positionieren.

Teilnahme an Europe´s Rail Joint Undertaking

Sollte es von Ihrer Seite Interesse an einer Teilnahme an Europe´s Rail Joint Undertaking geben, wenden Sie sich gerne an Sarah Bittner-Krautsack (sarah.bittner-krautsack@bmk.gv.at) sowie Theresa Bauer (theresa.bauer@bmk.gv.at).

Stand: Dezember 2021