RISKANT – RISiKomodell zur ANalyse von Unfällen mit orTsfesten Hindernissen auf Autobahnen und Schnellstraßen

Im Zuge des Projekts RISKANT wurde ein Risikomodell zur Evaluierung von Unfällen mit ortsfesten Hindernissen auf Autobahnen und Schnellstraßen erstellt.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Unfälle mit Anprall an ortsfeste Objekte (Bäume, Masten, Pfeiler etc.) zeichnen sich in der Regel durch eine besonders hohe Verletzungsschwere aus und stehen daher im Blickpunkt der heimischen Verkehrspolitik. Dem Aufprall an ein Hindernis geht in den meisten Fällen ein Abkommen von der Fahrbahn voraus.

Knapp 40 % aller Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen sind Abkommensunfälle, bei denen fast 50 % der Toten im hochrangigen Straßennetz zu beklagen sind. Aus diesem Grund forderte die ASFiNAG in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm 2020 eine Strategie zur Entschärfung derartiger Unfälle.

Hierfür bedarf es unter anderem neuer Methoden und Instrumente zur Identifikation besonders (verletzungs-)schwerer Unfallstellen (High Risk Sites), im optimalen Fall noch bevor es zu Unfällen kommt.

Inhalte und Zielsetzungen

Ziel des Projekts war es, Eintrittswahrscheinlichkeiten für Abkommensunfälle und Verletzungsschweregrade an potentiellen Unfallstellen zu berechnen und unter Zuhilfenahme von Simulationen einen Risk-Score zu ermitteln. Mithilfe der spezifischen Kosten verschiedener Verkehrssicherheitsmaßnahmen werden Kosten-Nutzen-Koeffizienten berechnet und eine Reihung der Maßnahmen vorgenommen.

Um Unfallereignisse und deren Auswirkungen – auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht – besser verstehen und analysieren zu können, werden in der modernen Unfallforschung verstärkt Risikomodelle (sogenannte Accident Prediction Models, APM) herangezogen. Diese reduzieren eine zu untersuchende Realität auf bestimmte Erklärungsgrößen und macht diese dadurch überschaubar und zu einem gewissen Grad berechenbar.

Methodische Vorgehensweise

Das Projekt RISKANT verwendete zur Modellierung verschiedene Rechenalgorithmen und lokale Einflussgrößen (Charakteristika des Straßenumfelds sowie aktuelle Unfallzahlen) in Form von Gewichtungsfaktoren, um die Schwächen traditioneller Risikomodelle zu vermeiden und ein (Rechen-) Ergebnis zu liefern, welches der Realität möglichst nahe kommt.

Zum Einsatz gelangten verschiedene Methoden der Mustererkennung und Ähnlichkeitsanalyse sowie diverse multivariate Verfahren zur Klassifikation von Straßen- und Streckenelementen (Clusteranalyse, Klassifikationsbäume, Generalisierte Lineare Modelle etc).

Die Unfallrekonstruktion sowie die Simulation der Verletzungsschwere durch die Unfallrekonstruktionssoftware PC Crash diente der Erhebung zusätzlicher Variablen, die in der amtlichen Unfallstatistik nicht enthalten sind, sowie der Vergrößerung der Stichprobe.

Ergebnisse und Ausblick

Ergebnis der Modellierung und Simulation ist ein Risikomodell zur Prognose von Abkommensunfällen (hohe/mittlere/geringe Wahrscheinlichkeit) und der voraussichtlichen Verletzungsschwere bei Anprall an ein ortsfestes Hindernis.

Dies gelingt unter anderem durch Einbeziehung verschiedener Zu- und Abschlagsfaktoren (sogenannter Crash Modification Factors, CMFs), mit deren Hilfe Gefahrenräume (Bereich zwischen Fahrbahnrand und einem allfälligen Hindernis) hinsichtlich ihres Gefährdungspotentials bewertet werden können.

Mithilfe der spezifischen Kosten verschiedener Verkehrssicherheitsmaßnahmen werden Kosten-Nutzen-Koeffizienten berechnet und eine Reihung der potentiellen Maßnahmen vorgenommen. Es wird angenommen, dass durch die Nutzung eines entsprechenden Modells 20-301 Personen weniger pro Jahr im Straßenverkehr getötet werden.

Publikationen

RISKANT - RISiKomodell zur ANalyse von Unfällen mit orTsfesten Hindernissen auf Autobahnen und Schnellstraßen

Im Zuge des Projekts RISKANT wurde ein Risikomodell zur Evaluierung von Unfällen mit ortsfesten Hindernissen auf Autobahnen und Schnellstraßen erstellt. Priv.-Doz. DI Dr. Peter Maurer, DI Christian Stefan, DI Rainer Stütz, DI Dr. Ernst Tomasch, DI Peter Luttenberger, DI Christoph KleinN, Thomas Pistotnik, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 158 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

DI Dr. Christian Stefan - AIT Austrian Institute of Technology GmbH

ProjektpartnerInnen

Dr. Ernst Tomasch - Technische Universität Graz - Institut für Fahrzeugsicherheit (Member of Frank Stronach Institute)

Kontaktadresse

AIT Austrian Institute of Technology GmbH
DI Dr. Christian Stefan
Tel.: +43 (0) 50-550-6329
E-Mail: christian.stefan@ait.ac.at

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