PASS - Psychoakustische Analyse von schienenverkehrsinduzierten Schallimmissionen

Im Projekt PASS wurde der Frage nachgegangen, wie sowohl Änderungen im Schalldruckpegel von Schallimmissionen als auch spektrale Modifikationen durch Schienenstegdämpfer, durch lichtraumnahe und durch konventionelle Lärmschutzwände mit Veränderungen der empfundenen Lästigkeit zusammenhängen.

Kurzbeschreibung

Der A-bewertete Schalldruckpegel wird häufig als Beurteilungsgröße für Geräuschsituationen herangezogen (Normen, Vorschriften, etc.), jedoch spiegelt dieser Pegel die subjektive Wahrnehmung im Allgemeinen nur bedingt wieder. Das vorliegende Projekt hat daher zum Ziel, hinsichtlich verschiedener, schienenfahrzeuginduzierter Schallimmissionen das Lärmempfinden von Menschen genauer zu untersuchen.


Zu diesem Zweck werden akustische Aufzeichnungen von Zugsvorbeifahrten an der Nordbahn mit einem Kunstkopfmesssystem zur gehörgerechten Aufnahme der Geräuschsituation in einem 25 m von der Gleisachse entfernten Immissionspunkt und mittels des Monitoringsystems acramos® zur Identifizierung der Zugkategorien und zur Erfassung der Vorbeifahrtsgeschwindigkeiten angefertigt. Daraus werden für die Kategorien Personenzug und Güterzug jeweils repräsentative Geräusche durch Vergleich der Frequenzspektren mit aus vorhandenen Aufzeichnungen gebildeten, mittleren Spektren ausgewählt. Um die Pegelminderungen von verschiedenen Lärmschutzmaßnahmen ohne weitere, aufwändige Messungen realitätsnahe nachstellen zu können, wird die gegenüber einer Freifeldausbreitung zusätzlich vorhandene Pegeländerung sowie die Veränderung der spektralen Verteilung durch Simulation und aus bereits vorliegenden Messdaten abgeschätzt.


Aus den ausgewählten Vorbeifahrtsgeräuschen werden geeignete Stimuli mit konstanter Länge extrahiert, um Lästigkeitsunterschiede aufgrund verschiedener Dauern zu vermeiden. Durch nachfolgende Variation des Schalldruckpegels und durch Anwendung der Übertragungsfunktionen verschiedener Lärmschutzmaßnahmen wird ein Satz von Hörproben (Stimuli) für Wahrnehmungstests erstellt, welcher von 40 Probanden hinsichtlich der hervorgerufenen Empfindungen beurteilt wird.

Im Detail werden für verschiedene Lärmschutzmaßnahmen

  • die differentiellen Wahrnehmbarkeitsschwellen in der Lautheit und
  • die empfundenen Lästigkeiten

jeweils in Abhängigkeit des A-bewerteten Ausgangspegels erhoben. Weiters werden die Einflüsse verschiedener akustischer Maße auf die Lästigkeit untersucht, um eine möglichst gute Beschreibung der subjektiven Lästigkeit in Abhängigkeit von objektiven Deskriptoren zu erhalten.

Das Ergebnis dieser Analyse kann als ein Bewertungssystem verstanden werden, das verschiedene akustische als auch kategorische Effekte berücksichtigt.
Eine derartige, zum A-bewerteten Schalldruckpegel alternative Beurteilung erlaubt es, Lärmschutzmaßnahmen zukünftig besser beurteilen zu können. Das vorliegende Projekt leistet somit einen wertvollen Beitrag, Lärmschutzmaßnahmen akustisch und wirtschaftlich effizienter als bisher einsetzen und damit Anrainer noch wirkungsvoller vor Bahnlärm schützen zu können.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Technische Universität Wien - Institut für Verkehrswissenschaften, Forschungsbereich für Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft und Seilbahnen
Univ.Prof. DI Dr.techn. Norbert Ostermann

Projektpartner

psiacoustic Umweltforschung und Engineering GmbH
DI Martin Jaksch


Österreichische Akademie der Wissenschaften / Institut für Schallforschung
Dr. Holger Waubke

Kontaktadresse

Univ.Prof. DI Dr.techn. Norbert Ostermann
Technische Universität Wien - Institut für Verkehrswissenschaften, Forschungsbereich für Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft und Seilbahnen

Tel.: +43-1-58801-23201
E-Mail: norbert.ostermann@tuwien.ac.at

Dieses Projekt wurde finanziert von bmvit, ÖBB und ASFiNAG im Rahmen von VIF2012.

Weiterführende Informationen sowie den Ergebnisbericht finden Sie im Infonetz der FFG.

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