Wir BEschaffen das!: Wege zur Verankerung einer nachhaltigen Lieferkette im Beschaffungswesen der öffentlichen Hand

Die öffentliche Hand legt wachsenden Wert auf den Einkauf umweltfreundlicher Leistungen. Unberücksichtigt bleiben hingegen oft die Umweltbelastungen der Belieferung mit Waren bzw. des Transports bei Dienstleistungen. Ziel war es, mögliche Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Einkaufsverantwortlichen der öffentlichen Hand eine umweltfreundlichere Belieferung erreichen können.

Kurzbeschreibung

Methodik

Im Verlauf des Projekts erfolgte die wiederholte Einbindung der beiden wesentlichen Zielgruppen: Einkaufsverantwortliche der öffentlichen Hand und deren Lieferdienste. So wurde zum Beispiel mittels Interviews mit Einkaufsverantwortlichen von Universitäten, Stadt- und Landesverwaltungen die Abwicklung von Bestellvorgängen in den Organisationen sowie bereits umgesetzte Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltbelastungen erhoben. Ein an Lieferdienste adressierter Online-Fragebogen diente der Erhebung der Lieferpraxis sowie der Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen im Fuhrpark. Über die gesamte Projektlaufzeit fand ein konstruktiver Austausch mit der Bundesbeschaffung GmbH, dem größten Einkaufsverantwortlichen der Republik, statt.

Da bei der Belieferung die größten Umweltwirkungen in der Regel nicht auf den letzten Kilometern entstehen, sondern von den Transporten in den vorgelagerten Wertschöpfungsketten verursacht werden, ist es für die Zukunft von besonderer Wichtigkeit, die Transparenz des Liefersystems von Waren zu verbessern. Hierfür ist die Umsetzung weitergehender Maßnahmen erforderlich, beispielsweise über Normen oder rechtliche Regelungen.

Dr.-Ing. Angelika Tisch, IFZ Graz

Im Bild ist Dipl.-Ing. Angelika Tisch vom Interdisziplinären Forschungszentrum Graz zu sehen.
(Copyright: Angelika Tisch)

Wirkung

Das Vorhaben hat das Potenzial zu einer Reduzierung der Umweltbelastungen der Belieferung öffentlicher Auftraggebenden beizutragen. Dies wird erreicht indem die Auftragnehmenden, unter Berücksichtigung der Lieferpraxis bei der Auftragsvergabe, animiert werden weniger Fahrten durchführen, die Waren über kürzere Lieferstrecken transportieren und dabei emissionsärmere Fahrzeuge einsetzen.

Umsetzung

Der ausgearbeitete Maßnahmenkatalog wird ab 2022 an mehrere tausend Einkaufsverantwortliche in Österreich übermittelt. Zudem wird er auch an Projektbeteiligte und an Institutionen und Personen versendet, die Interesse an den Ergebnissen bekundet haben.

Kontaktadresse

Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZ) für Technik, Arbeit und Kultur - Graz

Dr.-Ing. Angelika Tisch

angelika.tisch@ifz.at

 

Stand: März 2022