RAKO Donaukanal – Radkombitransport Donaukanal – Moderne City Logistik per Wasser und Rad

„Radkombitransport (RAKO) Donaukanal“ untersucht eine innovative Strategie zur nachhaltigen Organisation des Güterverkehrs in Städten: die intermodale Kombination der Verkehrsträger Transportschiff (für den Gütertransport ins Zentrum) und Lastenfahrrad (für die Feinverteilung der Güter zu den EndkundInnen) am Beispiel des Wiener Donaukanals.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Der städtische Verkehr ist in weiten Bereichen an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Gleichzeitig wird für den Güterverkehr, besonders in Städten, ein weiteres starkes Wachstum prognostiziert. Die Treibhausgasemissionen sollten weltweit drastisch gesenkt werden. In diesem Umfeld könnten die umweltfreundlichen Verkehrsträger Wasserstraße und Lasten-Fahrrad eine sowohl wirtschaftlich als ökologisch sinnvolle Alternative bieten, insbesondere, wenn diese Verkehrsträger geschickt kombiniert werden.

Ein hervorragendes Beispiel ist dabei das Pariser Unternehmen „Vert Chez Vous“. Das Unternehmen nutzt ein Frachtschiff auf der Seine in Paris als schwimmendes, mobiles Verteilzentrum. Auf dem Schiff werden sowohl die Waren als auch rund 20 Elektro-Lastenfahrräder transportiert, beladen und aufgeladen.

An fünf verschiedenen Anlegestellen werden die Räder mit dem bordeigenen Kran am Ufer abgesetzt und liefern täglich bis zu 2.500 Pakete in Paris aus und das wesentlich schneller und unkomplizierter (Lastenräder haben keine Parkprobleme) als vergleichbare LKW-Dienste. Die Vorteile einer solchen Citylogistik liegen auf der Hand:

  • eine deutlich geringere Umwelt- und Klimabelastung
  • ein großer Zeitvorteil
  • höhere Flexibilität bei der Zustellung gegenüber konventionellen Zustellfahrzeugen
  • einen sehr positiven Imageeffekt für alle beteiligten Unternehmen und PartnerInnen

Inhalte und Zielsetzungen

Die vorliegende Sondierung untersucht ob ein derartiges innovatives Gütermobilitätssystem auch für Wien geeignet ist und welche Verbesserungsmöglichkeiten zum Pariser Pilotversuch möglich sind.

Methodische Vorgehensweise

Die Methodik der Studie beinhaltet eine Erhebung der Voraussetzungen für die Nutzung des Donaukanals als Wasserstraße für den Gütertransport, eine Analyse bestehender Güterbeförderungssysteme mit Schiff und Lastenfahrrad, Befragungen unterschiedlicher Stakeholder (Betriebe, Wirtschaftstreibende, Logistikanbieter, Paketzusteller, etc.) sowie eine Untersuchung der Lieferkette von Waren, insbesondere von Paketen vom Ursprungsort in den Raum Wien.

Ergebnisse und Ausblick

Das resultierende Umsetzungsmodell konzentriert sich auf die Zustellung von Paketen an Endverbraucher/innen (Business-to-Business als auch Business-to-Consumer).

Konkret sieht das in der Studie detailliert beschriebene Konzept vor, dass Pakete von den bestehenden Pakettransportunternehmen zu vergleichbaren Konditionen für die „letzte Meile“ an das Logistiksystem RAKO übergeben werden. Das System RAKO bedingt eine zusätzliche Umladung und Warenmanipulation von den bestehenden Verteillagern im Umkreis von Wien zum RAKO-Umschlagdepot am Donaukanal. Durch dieses zusätzliche Element der Logistikkette entstehen zusätzliche Kosten.

Die weitere Zustellung für die „letzte Meile“ vom RAKO-Depot am Hafen zu den EndkundInnen muss dementsprechend kostengünstiger abzuwickeln sein als das bestehende System der Auslieferung durch Kleintransporter, um eine Kostengleichheit gewährleisten zu können. Zudem muss der zusätzliche Umschlag insoweit ohne Zeitverlust erfolgen, als dass die Zustellung zu den EndkundInnen am gleichen Tag erfolgt wie beim herkömmlichen System, um konkurrenzfähig zu sein.

Publikationen

RAKO Donaukanal – Radkombitransport Donaukanal – Moderne City Logistik per Wasser und Rad

„Radkombitransport (RAKO) Donaukanal“ untersucht eine innovative Strategie zur nachhaltigen Organisation des Güterverkehrs in Städten: die intermodale Kombination der Verkehrsträger Transportschiff (für den Gütertransport ins Zentrum) und Lastenfahrrad (für die Feinverteilung der Güter zu den Endkund/innen) am Beispiel des Wiener Donaukanals. Mag. Reinhard Jellinek, DI Willy Raimund, Mag. Judith Schübl, et al.
Herausgeber: Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency, Mariahilfer Straße 136, A-1150 Wien, T. +43 (1) 586 15 24, Fax DW - 340, office@energyagency.at | www.energyagency.at
Deutsch, 103 Seiten

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Projektbeteiligte

  • DI. Richard Anzböck - Kanzlei Anzböck
  • Dr. Susanne Wrighton - Forschungsgesellschaft Mobilität, Austrian Mobility Research FGM-Amor gemeinnützige Gesellschaft m.b.H.
  • Florian Weber - Heavy Pedals Lastenradtransport und -verkauf OG
  • Mag. Reinhard Jellinek - Österreichische Energieagentur, Austrian Energy Agency

Kontaktadresse

Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)
Mag. Reinhard Jellinek
Tel.: +43 (1) 586 1524-138
E-Mail: reinhard.jellinek@energyagency.at