MUKE - Meta-Untersuchung kritischer Erfolgsfaktoren von Lösungen im Bereich Güterverkehr und Transportlogistik

Österreichische Forschungsprojekte waren in den letzten Jahren darauf ausgerichtet, Lösungen zur Verringerung negativer Effekte des Güterverkehrs zu entwickeln. Viele der entstandenen Innovationen zeigen zwar Lösungswege auf, jedoch kommen sie kaum in die Umsetzung und werden selten verkehrlich wirksam. Das Projekt MUKE widmete sich dieser Problemstellung und untersuchte, wie Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Innovationen verbessert werden können.

Kurzbeschreibung

Zu Beginn des Projekts wurde mittels einer Meta-Analyse bisher auftretende Barrieren identifiziert, aufgrund derer bereits entwickelte und grundsätzlich erfolgversprechende Innovationen nicht oder nur teilweise in die Umsetzung gekommen sind.

Anhand von Interviews mit Projekteignenden abgeschlossener Forschungsprojekte sowie eines Stakeholderworkshops mit Praktikerinnen und Praktikern aus der Logistik konnten sechs verschiedene Typen von Innovationsbarrieren identifiziert werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden Entwürfe zu Anpassungen in Rechtsmaterien ausgearbeitet, um Innovationsbarrieren abzubauen.

Aus dem Forschungsprojekt MUKE haben wir interessante Erkenntnisse zu Innovationsbarrieren gewonnen, die wir zu Beginn nicht antizipiert hatten. So sind es meist nicht Probleme innerhalb der Projekte, die eine Umsetzung verhindern. Vielmehr führen externe Einflüsse des Logistikmarktes, wie z.B. Konkurrenzdruck oder auch sehr niedrige Preise für Logistikdienstleistungen zu verkehrsintensiven Wirtschaftsweisen und mangelndem Interesse an nachhaltiger Innovation. Gängige Praktiken wie die Vergabe von Lieferaufträgen von Großunternehmen an Subauftragnehmende bzw. deren oftmals illegalen Beschäftigungspraktiken verschärfen diese Situation.

DI Clemens Raffler, tbw research GesmbH

Im Bild ist DI Clemens Raffler von der tbw research GesmbH zu sehen.
DI Clemens Raffler (Copyright: Bernadette Reiter)

Wirkung

Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse wurden Handlungsempfehlungen ausgearbeitet: Konkrete Beispiele dafür sind die Empfehlung zur Einführung einer Auftraggeberhaftung in der Logistikbranche, die ähnlich zur existierenden Regelung in der Bauwirtschaft ausgestaltet ist. Damit wird sowohl bezüglich der Umsetzungsquote von Innovationsprojekten als auch in sozialer Hinsicht ein großer Beitrag für ein nachhaltigeres Güterlogistiksystem geleistet.

Umsetzung

Die Erkenntnisse zu Innovationsbarrieren und assoziierten Lösungsansätzen wurden während des Projekts mit den zuständigen Abteilungen des Klimaschutzministeriums diskutiert. Darüber hinaus wurde ein Austausch zur Überführung der Projektergebnisse in Regulatory-Sandboxes bzw. Experimentierklauseln initiiert, um einen raschen Abbau der Innovationsbarrieren in der Güterlogistik voranzutreiben.

Projektbeteiligte

  • tbw research GesmbH
  • Wirtschaftsuniversität Wien - Forschungsinstitut für Supply Chain Management

Kontaktadresse

tbw research GesmbH
DI Clemens Raffler
E-Mail: c.raffler@tbwresearch.org 

Stand: März 2022